Eva Reichmann Lecture
Am 6. November 2025 fand in der Wiener Holocaust Library in London die erste Eva Reichmann Lecture statt. Die Veranstaltung, organisiert vom Leo Baeck Institute London und der Wiener Holocaust Library und gefördert von der Finkelstein Stiftung, widmete sich Leben, Werk und Vermächtnis der Historikerin und Soziologin Dr. Eva Reichmann.
Die Lecture stellte Reichmanns zentrale Rolle in der frühen Holocaust-Forschung in den Mittelpunkt. Als Historikerin, Soziologin und selbst Verfolgte des Nationalsozialismus war sie eine der ersten, die nach 1945 systematisch Zeugnisse von Überlebenden sammelten und damit wichtige Grundlagen für die spätere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Holocaust schufen.
Ihre Arbeit ist bis heute von großer Bedeutung für das Verständnis von Antisemitismus, Zeugenschaft und Erinnerungskultur.
In einer internationalen Paneldiskussion diskutierten Dr. Christine Schmidt (Wiener Holocaust Library), Dr. Bea Lewkowicz (Association of Jewish Refugees) und Prof. Natalia Aleksiun (University of Florida) Reichmanns Beitrag zur Dokumentation des Holocausts.
Thematisiert wurden unter anderem die Bedeutung von Zeugenschaft, Herausforderungen historischer Überlieferung und aktuelle Bezüge in einer Zeit zunehmender historischer Relativierung.
Die Lecture markiert den Auftakt zu einem neuen Veranstaltungsformat, das künftig regelmäßig an Reichmanns wissenschaftliches Wirken erinnern soll. Für das Jahr 2026 ist eine weitere Eva Reichmann Lecture bereits in Planung.