Das Vermächtnis. Reden von Überlebenden in Auschwitz
Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz erschien der Sammelband „Das Vermächtnis. Reden von Überlebenden in Auschwitz“.
Das Werk enthält eine umfassende Sammlung der zugänglichen Reden von Überlebenden, die seit 1995 auf den zentralen Gedenkveranstaltungen im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau gehalten wurden. Diese Worte der Erinnerung und Mahnung gehören zu den bedeutendsten Stimmen der Gegenwart.
Der Band, herausgegeben von Prof. Sascha Feuchert und Aleksandra Bak-Zawalski, versammelt rund 60 Reden in drei Sprachen – Polnisch, Deutsch und Englisch. Die Texte zeichnen ein vielschichtiges Panorama: von kurzen, eindringlichen Mahnungen bis hin zu tiefgehende Reflexionen über psychologische, pädagogische und politische Fragen.
Ein zentrales Anliegen der Publikation wird durch die Worte von Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau, verdeutlicht:
„Den Überlebenden zuzuhören ist nicht dasselbe, wie sie im Innersten zu hören.
Wenn ein Mensch, der Auschwitz überlebt hat, versucht, uns in wenigen Minuten etwas zu sagen, dann müssen wir davon ausgehen, dass er seine Worte tief durchdacht hat. An uns liegt es, seine Worte mit derselben Tiefe zu bedenken. Keine noch so flüchtige Ergriffenheit, die eine solche Rede in uns auslöst, vermag etwas zu bewirken, wenn wir nicht die Erkenntnis unserer heutigen Verantwortung in uns aufnehmen.“
Die Publikation erscheint im Verlag des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau und wurde durch die Arbeitsstelle Holocaustliteratur und die Hans und Berthold Finkelstein Stiftung finanziert.
Das Buch wurde am 6. November 2025 in der Hessischen Landesvertretung in Berlin präsentiert. Die Veranstaltung umfasste eine Begrüßung durch Dr. Katharina Brauer, ein Grußwort von Dr. Eva Umlauf, Auschwitz-Überlebende und Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, sowie eine szenische Lesung ausgewählter Texte durch den Schauspieler Sven Görtz. Anschließend diskutierten Prof. Dr. Sascha Feuchert, Aleksandra Bak-Zawalski und Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees. Den Abschluss bildete ein Get-together.
Inzwischen ist eine zweite Auflage erschienen. Diese wurde um die Reden der Gedenkfeier vom 27. Januar 2025 erweitert und führt das Anliegen des Bandes fort, die Stimmen der Überlebenden dauerhaft zugänglich zu machen.