Film gegen das Vergessen - „Die Ermittlung“ mit anschließendem Gespräch in Frankfurt am Main
Die Ermittlung
Über 80 Jahre nach den Befreiungen der Konzentrations- und Vernichtungslager beschäftigt uns heute weiterhin die Frage des Erinnerns und gleichzeitig ist es auch der richtige Moment, um zu schauen, welche Geschichten erzählt wurden und was bis heute weniger bekannt ist. Aus diesem Grund widmen wir uns in dieser Veranstaltung der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen und deren künstlerische Rezeption und setzen den Fokus auf den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess und das Theaterstück bzw. den Film „Die Ermittlung“. Mit dieser Veranstaltung richten wir uns gezielt an Menschen in juristischen Berufen, die sich über den Film mit den historischen Zusammenhängen und den Entwicklungen im Bereich der Rechtswissenschaft beschäftigen möchten.
Dienstag, 29. September 2026 um 18 Uhr
im Cinéma Kino, Roßmarkt 7, 60311 Frankfurt am Main
Es ist eine Veranstaltung der Hans und Berthold Finkelstein Stiftung gGmbH, gefördert durch die Alfred Landecker Foundation.
„Die Ermittlung“ basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Weiss aus dem Jahr 1964, das sich mit dem Auschwitz-Prozess (1963-1965) in Frankfurt befasst. Unter der Regie von RP Kahl haben 60 Schauspieler*innen das Stück 2024 für die Kinoleinwand umgesetzt. Film und Theaterstück untersuchen, wie die Vernichtung in Auschwitz organisiert wurde und welche Verantwortung die Angeklagten dafür trugen. Im Juni 2021 wurde der § 5a Abs. 2 DRiG novelliert und um die Auseinandersetzung mit nationalsozialistischem Unrecht als Pflichtstoff für Studierende der Rechtswissenschaften ergänzt. Die Verflechtungen von Jurist*innen mit dem NS-Regime sind wenig bekannt. Besonders die hohe Zahl von Jurist*innen, die nach 1945 in ihren Ämtern blieben oder erneut eingesetzt wurden, zeigt die erschreckende Anpassungsfähigkeit der Jurist*innen, die immer fortwährend im gleichen neutralen Duktus nahezu maschinell mal in der einen Rechtsordnung arbeiten, und dann scheinbar problemlos in der nächsten weiterarbeiten können. Was ist Recht und welches Recht zählt?
Es werden ausgewählte Filmausschnitte gezeigt und im Gespräch mit Prof. Dr. Tobias Freimüller (Fritz Bauer Institut) und Prof. Dr. Klaus Günther (J.W. Goethe-Universität Frankfurt) eingeordnet. Die Moderation übernimmt Frau Annemarie Hühne-Ramm (Hans und Bertold Finkelstein Stiftung).
Wir freuen uns über Ihre Anmeldungen!
Die Anmeldung erfolgt hier: Anmeldeformular.
Mehr Informationen zum Film sowie den Trailer findet ihr hier.